fund 09, 60 x 290 cm, Ink Jet Print, 2015
fund 08, 80 x 60 cm, Ink Jet Print, 2015
Serge Hasenböhler
Die neue Werkserie Fundus setzt Serge Hasenböhlers Faszination für das Stilleben weiter fort. Die hier ausgestellten Fotografien zeigen an sich unauffällige und belanglose Dinge, die der Künstler auf dem Weg in sein Studio auf dem Dreispitzareal findet. Hasenböhler sammelt sie wie kostbare „Trouvaillen“ und verleiht ihnen in seinem Studio auf einem mit schwarzem Tuch bedeckten Tisch einen neuen Auftritt. Manchmal sind es Einzelstücke wie ein Holzbalken, der unter die genaue Beobachtung des Fotografen fällt (fund 09, fund 10). Die sinnliche Materialität der Oberfläche erhält dabei eine besondere Aufmerksamkeit. Ihre plastischen und strukturellen Unregelmässigkeiten erforscht Hasenböhler mit mehreren Makroaufnahmen, die er anschliessend im Computer nahtlos zu Objekten zusammensetzt. Auf dem Dreispitzareal wird gebaut, Baumaterialien wie Hölzer oder Füllstoffe haben eine dienende Funktion und werden in der errichteten Architektur nicht mehr sichtbar sein. In Hasenböhlers Fotografien erhalten sie nicht nur eine Bühne, um sich unter optimaler Beleuchtung zu zeigen, sondern sie transformieren sich im Prozess der fotografischen Aufnahme und Montage auch zu Artefakten, die ihrer einstigen Funktion entledigt, als Preziosen einer anderen Welt erscheinen (fund 20).
Und die Ballone?
Auch sie sind Object-Trouvés, nach einem spielerisch-freudigen Gebrauch liegen geblieben. Für Hasenböhlers Bilder halten sie trotz schlaffer Hülle anmutig ein gebrauchtes Holzstück (fund 14) oder kommen auf ihnen zu liegen wie auf einem würdevollen Podest, kurz bevor die letzte Luft aus ihnen entweicht (fund 22). Die Ballone bewahren Spuren des Menschlichen, sie wurden in den Händen gehalten oder mit Atemluft aufgeblasen und vermögen mit einer Aura des Abwesenden und Vergänglichen aufzuwarten.
Der Ballon wird zu einer Vanitasfigur, die in einer Leichtigkeit des Gewöhnlichen zeigt, dass der Mensch keine Macht über das Leben besitzt. Ein Versuch, der Vergänglichkeit der Welt entgegen zu wirken, besteht in der Konservierung von Dingen. Hasenböhlers Studio gleicht einem Kuriositätenkabinett, in dem die gesammelten Ballone und Holzstücke ihren letzten Ort im fotografischen Bild finden. Während des künstlerischen Bildprozesses erhalten sie ein zweites Leben: Sie schweben wie noch unentdeckte Planeten oder verweisen mit Falten und Nabel auf einen amorphen Körper im Prozess seiner Bildung (fund 18).
Barbara van der Meulen 2016
fund 20, 120 x 120 cm, Ink Jet Print, 2015
fund 24, 40 x 20 cm, Ink Jet Print, 2016
ballon 01, 125 x 100 cm, Ink Jet Print, 2015
fund 23, 22 x 18 cm, Ink Jet Print, 2016
fund 28, 100 x 225 cm, Ink Jet Print, 2018
fund 05, fine art print, 80 x 80 cm, 2014
fund 11, fine art print, 80 x 60 cm, 2014